Zivilcourage und Anonymität

Wer bereit ist, sich in der Freizeit mit schwierigen Sachverhalten zu befassen und nicht erwartet, dafür gelobt zu werden, ist als Gemeinderat am richtigen Platz.
Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und in der Kommune zu gestalten, ist als Gemeinderat ebenfalls am richtigen Platz. Wer bereit ist, Visionen zu entwickeln sollte nicht zum Arzt, sondern sich um Mehrheiten bemühen.

Baugebiete, Sanierungskonzepte, Feuerwehrhäuser, Kreisel und ähnliches finden Mehrheiten und Gegner.

Eine Vision der Freien Wähler ist die Erhöhung der Attraktivität Philippsburgs durch Zuzug neuer Mitbürger oder das Angebot an Philippsburger Bürger zum Wohnungsbau z.B. im Baugebiet Erlenwiesen. Junge Familien werden sich auf das Schulzentrum auswirken und den neuen Kindergarten „Campulino“ füllen.

Glücklicherweise haben Viele der von der Goodyear-Schließung Betroffenen inzwischen wieder Arbeitsplätze gefunden. Wir Freien Wähler wollen weiter Arbeitsplätze schaffen. Jeder steuerpflichtige Arbeitsplatz sichert Existenzen. Seit Jahren ist es unsererseits ein Anliegen, das Gelände der ehemaligen Salmkaserne einer gewerblichen Nutzung zuzuführen. Mehrere Anliegen sind bisher gescheitert. Der Versuch, für viele kleine und mittelständische Firmen viele einzelne Nutzungen zu schaffen, ist ein jahrzehntelanges, unsicheres Unterfangen. Die Chance, das Gelände in einem Zuge und zeitnah zu entwickeln hatte sich nach erstem Scheitern erneut geboten. Soweit es nun zu realisieren ist, wird ein Logistikunternehmen die Erschließung schultern und in mehreren Ausbauschritten bis zu 400 Lkw über die Oberfeldstraße als An- und Abfahrt abwickeln und die Nachtruhe zwischen 22 Uhr und 6 Uhr einhalten. In diesem Zusammenhang erscheint die Schaffung von ca. 350 Arbeitsplätzen verschiedenster Lohnniveaus realistisch.

Für die Mehrheit des Gemeinderates ist die Schaffung einer zweiten Zufahrt (unter Umständen auch als Kreiselvariante) auf Höhe des ehemaligen Hebelgeländes nicht utopisch. Bezüglich der Kostenübernahme bedarf es natürlich dann weiterer Gespräche mit den Verantwortlichen. Sowohl die Verkehrsmenge als auch der erforderliche Lärmschutz für die Anwohner erschien der Mehrheit des Gemeinderates bewältigbar und vergleichbar mit Gegebenheiten des ehemaligen Kasernenbetriebs bzw. des derzeitigen Nutzers. Entscheidungen muss man sich stellen. Gegenargumente müssen Argumente sein, die gegeneinander abgewogen und diskutiert werden müssen. Dabei kann und muss es auch pointiert zugehen dürfen.

Schade, dass „erbitterter Widerstand“ und anonyme Briefe meist voller Beleidigungen stecken

– aber ohne Argumente. Zivilcourage sieht anders aus.

 

Für die Freien Wähler
Peter Kremer / Christopher Moll