Traurig verkommener Platz

Traurig verkommener Platz

Aus der BNN vom 5. Mai 2017

Kostenschätzung zur Messplatz-Gestaltung im Gemeinderat Philippsburg gefordert

Von unserem Mitarbeiter Werner Schmidhuber

Philippsburg. Ein zweiter Platz soll nach dem Marktplatz gestalterisch in Angriff genommen werden. Zumindest müsse die Stadt ihren Blick auf die dortigen Zustände richten. Es gelte, jetzt Überlegungen „zur städtebaulichen Entwicklung des ehemaligen Messplatzes“ in Philippsburg anzustellen. So formulierten die Freien Wähler im Gemeinderat ihre Wünsche in Form eines Antrags.

Weitreichende Beschlüsse zur Umgestaltung gab es nicht, dafür erste Gedanken zur Umnutzung als Gewerbefläche oder zur Verwendung als Fläche für Wohnbebauung, was die FW-Fraktion konkret ansprach.

„Wenn uns der Marktplatz als Visitenkarte wichtig ist, sollten wir den alten Messplatz als marode Eintrittskarte zu unserer Stadt nicht weiter verkommen lassen“ lautete die Antragsbegründung. Und weiter: Das Areal sei ein „traurig verwahrloster Platz mit kaputten Toiletten, Abfallcontainern und Werbeanhängern“, ein „Schandfleck“ betonte Fraktionssprecher Christopher Moll. Dreck und Müll würden einfach abgelagert.

Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion die Verwaltung „dem Rat eine Grobschätzung der erforderlichen Aufwendungen und erzielbaren Erlöse für eine Folgenutzung des alten Messplatzes vorzulegen, ob als Park- und Erholungsraum, als strukturierter Parkplatz mit Bepflanzung, als Gewerbegrundstück oder für Wohnbebauung“.

Wie zu erwarten: Alles koste Geld, mal mehr, mal weniger, so rechnete die Verwaltung im Detail vor. Eine Umstellung von Containern sei problematisch, deren Standplätze sich bei Nutzern eingeprägt hätten. „Glas, Kleider und Schuhe werden meist an den bisherigen Standorten abgestellt“ so die Verwaltung. Für eine Bepflanzung mit Bäumen und Büschen müssten erhebliche Mengen an Boden ausgetauscht werden. Um die Kosten zu ermitteln, sei eine Überplanung des gesamten Platzes mit einer Parkplatzeinteilung Voraussetzung. Vom Aufstellen einiger Blumenkübel nehme die Verwaltung aus Kostengründen Abstand.

Um als Platz für Gewerbe- oder Wohnbaugrundstück dienen zu können und somit zum Verkauf geeignet zu sein, müsse der Bebauungsplan geändert, ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden, hieß es. Auch liege das Grundstück direkt  an zwei Straßen und Sporteinrichtungen und wäre einer erheblichen Lärmbelastung ausgesetzt

Nach kontroverser Diskussion fasste Peter Kremer (FW) letztlich zusammen, es gebe zunächst einmal darum, wie mit dem Antrag bezweckt, die Machbarkeiten zu nennen und eine belastbare Kostenschätzung zu erhalten.